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Oktober - Das ist jetzt zu tun


Laub sollte regelmäßig entfernt werden

Die bunten Blätter sind ein echter Hingucker solange sie sich am Baum befinden – fallen sie jedoch auf den Boden, können sie für Gartenbesitzer im Herbst leicht zu einer kleinen Plage werden. Weil die Blätter meist auf Vorgärten und Rasenflächen fallen, sollten Sie möglichst regelmäßig das Laub entfernen. Es reicht aus, die Blätter nur etwa alle zwei Wochen vom Rasen zu entfernen, erklärt Isabelle Van Groeningen von der Königlichen Gartenakademie in Berlin. Früher aktiv werden sollten Gartenbesitzer nur, wenn die Blätterschicht zu dick geworden ist. Dann bekommen die Grashalme nämlich keine Luft mehr, erläutert die Pflanzenexpertin.

Sie hat auch einen Tipp für Gartenbesitzer mit wenig Laubbäumen: Einfach mit dem Rasenmäher darüberfahren. Die Blätter werden dabei zerhäckselt, eingesammelt und können dann auf den Kompost. Laub, das oben auf Hecken liegt, sollten Sie schnellstmöglichen beseitigen. Verbleibt das Laub auf der Hecke, kann diese darunter nämlich leicht faulen und die Pflanze bekommt nicht genügend Licht, so dass das Wachstum behindert wird.

Kübelpflanzen überwintern

Empfindliche Kübelpflanzen können nicht draußen bleiben. "Alle Pflanzen, die Blätter abwerfen wie Fuchsien, Granatapfel und Bleiwurz, können dunkel und bei fünf bis zehn Grad überwintern", rät Renate Hudak, Fachbuchautorin und Diplom-Gartenbauingenieurin aus Augsburg. Rosmarin, Oleander und Zitronen bevorzugen einen hellen und sehr kühlen Standort. Die Expertin empfiehlt für sie einen Fensterplatz in einem ungeheizten Schlafzimmer. Hell, aber wärmer lagern Hibiskus, Schönmalven und die Bougainvillea. "Sie mögen einen Standort im Wintergarten bei 16 bis 18 Grad", sagt Hudak.

Jetzt Zwiebelblumen pflanzen

Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit. Falls Sie sich im nächsten Frühling an bunten Akzenten erfreuen möchten, sollten Sie nun Zwiebelblumen pflanzen. Zwiebelblumen, Ziersträucher und Stauden bilden vor dem Winterbeginn noch Wurzeln und gewöhnen sich an den Standort. Außerdem profitieren sie von der Winterruhe.

Zwiebelpflanzen wie Schneeglöckchen, Tulpen und Narzissen müssen nun schnell in die Erde – in einem Beet am besten nach Größe gestaffelt und möglichst in Gruppen. Denn einzeln kommen sie kaum zur Geltung. Junge Zweijährige werden ausgesetzt. Die Königskerze, der Fingerhut und Goldlack blühen erst im Frühling, brauchen aber vorher etwas Zeit, um sich an ihre Umgebung zu gewöhnen. Gräser würde die Gartenexpertin Van Groeningen im Herbst nicht pflanzen. "Bei schlechter Witterung hat man Verluste", erläutert sie.

Bestimmte Stauden müssen nun gesät werden: Kaltkeimer wie Eisenhut, Phlox, Fackellilie, Frauenmantel, Bergenie und Taglilie brauchen vor dem Austreiben den Kälteschock des Winters. Van Groeningen rät, diese in einem Topf zu säen und sie den Winter über zwar im Freien, aber an einer geschützten Stelle zu lassen.

Rosen nicht zurückschneiden

Außerdem ist es jetzt Zeit, neue Rosen zu pflanzen. Unabhängig von der Sorte brauchen alle Rosen einen vollsonnigen Standort auf nährstoffreichem Boden. Handelt es sich um empfindlichere Sorten, wie zum Beispiel Beetrosen, sollten Sie bei kälterer Witterung auch ans Anhäufeln mit Kompost denken. Eine Auflage mit Reisig schützt zusätzlich vor Kälte. Einige Rosensorten blühen sogar noch bis in den Winter hinein.

"Viele meinen, Rosen müssten schon im Herbst stark zurückgeschnitten werden", sagt Renate Hudak. Besser sei es jedoch, sie zunächst nur wenig zu bearbeiten und im Frühjahr auf drei bis vier Augen einzukürzen. So bleibe auch noch genug erhalten, falls Winterschäden weggeschnitten werden müssen.

Richtiges Schneiden im Herbst

Im Herbst wird noch einmal zur Schere gegriffen. Aber verblühte Stauden und Gräser brauchen nicht wie im Frühjahr einen kompletten Rückschnitt. "Mit dem Ordnungsschnitt reduziert man lediglich das, was zu hoch geworden ist oder was den eigenen Ordnungssinn stört", erklärt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn. Zu lange Triebe sollten in etwa auf Kniehöhe eingekürzt werden.

Verblühte Stauden und Gräser haben bei Frost nicht nur einen hohen Zierwert, wenn der Raureif sich auf sie legt. Nützliche Insekten verstecken sich auch gerne in hohlen Stängeln und Samenkapseln. Die Pflanzen sollten deshalb laut Brunken schon aus ökologischen Aspekten so lange wie möglich auf den Beeten bleiben. "Außerdem sind die Abräumarbeiten im Frühjahr viel leichter zu erledigen als im Herbst. Viele Triebe sind getrocknet und lassen sich wie beim Phlox dann ganz leicht wegbrechen", sagt Brunken. Hobbygärtner sollten auch Obstbäume erst zum Winterende schneiden, etwa Anfang März. Dann verschließen sich deren Wunden besser.

Obstgehölze vor dem ersten Frost einsetzen

Neue Obstgehölze kommen nun in die Erde. "Bis zum ersten Frost bilden sie Faserwurzeln", erläutert Van Groeningen. Der Wurzelballen sollte vor dem Setzen leicht zerrissen werden. In das Pflanzloch kommt ein Gemisch aus Erde mit Kompost oder Hornspänen, welches den Baum mit Nährstoffe versorgt. Danach wird die Pflanzstelle gegossen. "Wenn es richtig nass und pampig ist, wächst der Baum besser an", so die Expertin.

Achten Sie auch auf die richtige Mischung: Bei allen Obstgehölzen wirken sich Mischpflanzungen verschiedener Sorten günstig auf die Befruchtung aus. Bei manchen Arten, wie zum Beispiel Apfelbäumen, Süßkirschen oder einigen Pflaumensorten ist sie sogar nötig, sonst entwickeln die Bäume nämlich keine Früchte. Außerdem wirkt sich die Mischpflanzung günstig auf die Erntezeit aus: Denn diese dauert durch frühe, mittelfrühe und späte Sorten von Sommer bis Herbst.

Mulchen im Herbst

Mulch schützt offene Flächen vor der Kälte. "Unter den Sträuchern kann Laub oder Staudenschnitt als Mulchschicht liegen bleiben", rät Erika Brunken. Das organische Material werde zu Humus, der wie ein Schwamm im Boden Nährstoffe und Wasser speichert. "Darunter bleibt der Boden wunderbar locker und fruchtbar", erklärt die Gartenexpertin.

Winterquartiere für Nützlinge schaffen

Auch wenn Laub auf dem Rasen oder auf immergrünen Bodendeckern nicht lange liegenbleiben darf, sind einige unaufgeräumte Stellen im Garten durchaus erlaubt und sogar wertvoll: "Zwischen Zweigen, in Laubhaufen und im Kompost finden Igel einen guten Überwinterungsplatz", so Hudak. Sie empfiehlt außerdem, Nistkästen für Vögel im Winter hängen zu lassen und sie nicht auszuräumen. Wenn es richtig kalt wird, nutzen Vögel diese nämlich gerne als sicheren und warmen Übernachtungsplatz.

Die letzte Ernte in diesem Jahr

Die letzten Gurken, Auberginen und auch den Schnittlauch sollten Sie vor dem Winter komplett abernten und auch für Knollensellerie und Rote Rüben ist jetzt Erntezeit. Fruchtgemüse wie zum Beispiel Tomaten oder Paprika entwickeln bei frostfreiem Wetter weiterhin Blüten und Früchte. Spätestens wenn eine kalte Nacht den Tomatenstöcken ein Ende bereitet, sollten Sie zusammen mit den reifen roten Früchten auch die grünen Tomaten ernten. Sie können an einem sonnigen Fensterplatz im Haus noch gut nachreifen. Einige Gemüsesorten, wie der Rosenkohl, bekommen aber sogar ein besseres Aroma, wenn Sie sie den ersten Frösten aussetzen.

Quitten erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit in heimischen Gärten und eignen sich besonders gut zur Herstellung von Gelee oder Kompott. Sie sind relativ frosthart und sollten erst dann gepflückt werden, wenn sie ihren flaumigen Belag verlieren und eine glänzend gelbe Schale zeigen.

Immergrüne bringen Farbe im Winter

Die Immergrünen bieten besonders im Winterhalbjahr, wenn der Garten an Farbe verliert, einen schönen Anblick. Buchsbaum, Rhododendron und Co. gedeihen am besten im Halbschatten, zum Beispiel unter hohen Bäumen. Kirschlorbeer kann bei kaltem, klarem Wetter und zusätzlichem Wassermangel schnell Blattschäden bekommen. In den meisten Fällen erholt er sich aber gut wieder und bringt im kommenden Frühjahr wieder neue Triebe hervor.

Tipp des Monats

Manche Plage des Sommers kann über den Winter ausgemerzt werden – Schnecken etwa. Einen guten Tipp hat Buchautorin Renate Hudak: "Nach dem Abernten von Gemüsebeeten sollte man vor dem Wintereinbruch unbedingt die Bodenspalten schließen und glätten." In diesen legen Schnecken ihre Eier zur Überwinterung ab.


 





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